Galerie Morgenland /

Öffnungszeiten:


REIHE
Kampf gegen (Neo-)Nazis

 

Donnerstag, 31. Mai 2012, 19:30 Uhr
 

Eintritt: 2,50 Euro

Mädelsache

Frauen in der Neonazi-Szene

Buchvorstellung von Andreas Speit

Seit einigen Jahren treten Frauen in der männerdominierten Neonazi-Bewegung zunehmend selbstbewusster auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsradikale Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene durchzusetzen.

Gestützt auf Insiderinformationen geben die beiden ausgewiesenen Kenner des rechtsextremen Milieus Andrea Röpke und Andreas Speit einen Einblick in das Innenleben dieser Szene. Sie schildern, wo völkische „Sippen“ bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen, fragen, warum Politik und Verfassungsschutzbehörden diesem gefährlichen Treiben tatenlos zuschauen, und zeigen Strategien gegen die rechtsradikale Unterwanderung der Gesellschaft auf.

 

Andreas Speit, Jg. 1966; Sozialökonom und freier Journalist; Kolumnist der taz/-Nord; regelmäßige Beiträge für blick nach rechts, Der Rechte Rand und den ZEIT-Blog „Störungsmelder“; 2007 ausgezeichnet vom medium magazin in der Rubrik Lokaljournalismus. Autor und Hrsg. von Büchern zum Rechtsextremismus.

REIHE
Kampf gegen (Neo-)Nazis

 

Donnerstag, 14. Juni 2012, 19:30 Uhr
 

Eintritt: 2,50 Euro

Tatort Halskestraße


Vortrag von Frank Keil

Ein rechtsradikaler Anschlag in Hamburg? Wann soll das gewesen sein? Ach – im Herbst 1980. Nee, nie gehört.

Und doch gab es ihn: einen Brandanschlag auf ein Wohnheim für Flüchtlinge aus Vietnam, in der Halskestraße, im Industriegebiet von Billbrook. Zwei so genannte Boat People aus Vietnam kamen damals ums Leben. Nirgendwo wird in Hamburg an sie erinnert.

Frank Keil hat sich auf die Suche nach den Hintergründen gemacht. Er hat Prozessakten gewälzt, einige wenige Zeitungsartikel gefunden, mit Zeitzeugen gesprochen. Und langsam entblätterte sich ein Panorama der rechtsradikalen Szene im Jahr 1980, als ein Trio aus einer jungen Frau und zwei Männern, die altersmäßig ihr Vater hätten sein können, durch die Republik reisten, um Anschläge zu verüben: auf Wohnunterkünfte für Asylsuchende, auf eine Schule, in der eine Ausstellung über das KZ Auschwitz zu sehen war; auf einen Landrat, der sich für diese eingesetzt hatte. Im Hintergrund wirkte ein Altnazi: Manfred Röder.

 

Frank Keil arbeitet als freier Journalist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften in Hamburg. Er war 1980 in Hamburg. Auch er hatte nichts von diesem Anschlag gehört.

REIHE
Klöntreff

 

Donnerstag, 21. Juni 2012, 15:00 Uhr
 

Eintritt frei

"Was das kostet!"

Wohnen und Mieten in Eimsbüttel - damals und heute

Die „Recht auf Stadt“-Bewegung kritisiert heute: Wohnungsmangel und -leerstände, steigende Mieten, Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen sowie die ökonomische Aufwertung von Stadtteilen. Davon ist besonders Eimsbüttel betroffen!

Wie war das damals? Wo und wie wollten Sie wohnen? Gab es den Wunsch nach einem Häuschen im Grünen? Wie fanden Sie Ihre Wohnung im Stadtteil? Wie hoch war die Miete im Verhältnis zum Lohn? Wie war das Verhältnis zu Hausverwaltern und Eigentümern? Wie war der Zustand der Wohnungen? Legten Sie selbst Hand an? Wie erlebten Sie die Veränderungen im Stadtteil? Erinnern Sie sich an Proteste und Mieterinitiativen? Bot die Mitgliedschaft in einem Mieterverein einen gewissen Schutz?

Wir laden alle Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ein, aus ihren Erfahrungen über das Wohnen in Eimsbüttel zu berichten.

 

REIHE
Kampf gegen (Neo-)Nazis

 

Donnerstag, 28. Juni 2012, 19:30 Uhr
 

Eintritt: 2,50 Euro

Fremde und frems-Sein in der DDR

zu den historischen Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland

Vortrag von Patrice G. Poutrus

Gibt es in Ostdeutschland eine besondere Anfälligkeit für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und wie kann sie in der DDR-Vergangenheit verortet werden? In

der Öffentlichkeit werden diese Fragen auch durch die kürzlich aufgedeckte Mordserie der NSU zum wiederholten Mal diskutiert. Für alle modernen Gesellschaften stellt die aus transnationaler Migration resultierende interkulturelle Begegnung eine fundamentale Herausforderung dar. Obwohl die DDR eindeutig als Ausreise- und nicht als Einwanderungsgesellschaft charakterisiert werden kann, galt dies auch für den SED-Staat.

In dem Vortrag wird nach der Fähigkeit und dem Willen zur Integration der „Fremden“ bzw. des „Anderen“ in der ostdeutschen Gesellschaft vor dem Zusammenbruch des Staatssozialismus gefragt. Der Blick richtet sich nicht allein auf die verschiedenen Gruppen von „Fremden“ in der DDR, sondern vor allem auf die Strukturen, die „Fremdheit“ in der staatssozialistischen Diktatur konstituierten. Die ökonomischen und mentalen Verwerfungen der Systemtransformation werden zur Erklärung nicht ausgeschlossen. Schon in der DDR waren sowohl die gesellschaftliche Stellung „Fremder“ als auch der Umgang der herrschenden SED mit ihnen prekär und ambivalent. Nach 1989/90 kam es folglich zur Steigerung eines bereits vorhandenen gesellschaftlichen Spannungszustandes.

 

Dr. Patrice G. Poutrus, Historiker, Lehrbeauftragter am Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg. Publikationen zum Thema: Zuflucht im Nachkriegsdeutschland. Politik und Praxis der Flüchtlingsaufnahme in Bundesrepublik und DDR von den späten 1940er bis zu den 1970er Jahren, in: Geschichte und Gesellschaft, Jg. 35 (2009) 1; (Hg.), Ankunft – Alltag – Ausreise. Migration und interkulturelle Begegnungen in der DDR-Gesellschaft, (mit Christian Th. Müller), Köln u. a. 2005; (Hg.), Fremde und Fremd-Sein in der DDR. Zu den historischen Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland, (Mit Jan C. Behrends und Thomas Lindenberger), Berlin 2003.