Galerie Morgenland /

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NACHKRIEGSFILM

 

Geleitwort

Das Filmseminar der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel zeigt mit vier Filmbeispielen den deutschen Umgang mit Nationalsozialismus und Krieg in den Nachkriegsjahren. Drei der Filme entstanden in unterschiedlichen Besatzungszonen noch vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland, bzw. der Deutschen Demokratischen Republik. Allein „Rosen für den Staatsanwalt“ stammt aus der „Wirtschaftswunder“-Phase Westdeutschlands. Der Film veranschaulicht, wie stark bereits die NS-Vergangenheit vierzehn Jahre nach Kriegsende verdrängt wurde. In den Filmen werden die ersten Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft eher schemenhaft beleuchtet, während die für die deutsche Nachkriegsgesellschaft ungleich gravierenderen Kriegserfahrungen eindeutig dominieren. Nationalsozialismus und verlorener Krieg bildeten im Bewusstsein der Deutschen in den Jahren nach 1945 ein Ensemble, an das man sich – aus unterschiedlichen Gründen – nur ungern erinnerte und das sich dennoch nicht dauerhaft beschweigen ließ.

 

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Dienstag, 24. Januar 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Die Mörder sind unter uns (1946)
Filmseminar mit Einführung - Teil 1

Im ersten deutschen Nachkriegsfilm 1946 wird die Situation in Berlin 1945 thematisiert. Die junge Fotografin Susanne Wallner (Hildegard Knef) kehrt nach Kriegsende aus dem Konzentrationslager in die weitgehend zerstörte Reichshauptstadt zurück. Aber ihre Wohnung ist von dem aus dem Krieg heimgekehrten Chirurgen Mertens (Ernst Wilhelm Borchert) belegt. Mit Alkohol verdrängt er seine Kriegserlebnisse. Nach der Begegnung mit dem Geschäftsmann Brückner, seinem ehemaligen Hauptmann und Verantwortlichen für ein Massaker an der Zivilbevölkerung im Osten, gelingt das Vergessen der Vergangenheit nicht länger. Mertens Gewissen rebelliert und am Weihnachtsabend 1945 will er Sühne fordern.

Die Mörder sind unter uns
D 1946 (DEFA)
Regie und Drehbuch: Wolfgang Staudte

Veranstaltungsort:
Filmraum, Müggenkampstraße 45

 

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Dienstag, 7. Februar 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

In jenen Tagen (1947)
Filmseminar mit Einführung - Teil 2

Karl und Willi schlachten 1946 in den Trümmern von Hamburg ein altes Auto aus. Verschiedene Spuren und Gegenstände deuten auf seine früheren Besitzer und deren Schicksale hin. Da diese von den Männern nicht immer richtig gedeutet werden, beginnt das Auto selbst, seine Geschichte in sieben durch die Rahmenhandlung verknüpften Episoden zu erzählen. Der Film gehört zu den „Trümmerfilmen“, die kurz nach dem II. Weltkrieg in den vier Besatzungszonen entstanden. Als erster Film in der britischen Zone wurde er ab August 1946 in Hamburg mit einer geliehenen Kamera ausschließlich unter freiem Himmel gedreht, da es in der Stadt noch keine Ateliers gab. Im Juni 1947 fand dort auch die Filmuraufführung statt. Mit Schauspielern wie Ida Ehre, Erwin Geschonneck, Werner Hinz, Karl John, Willy Maertens, Carl Raddatz, Hermann Schomberg, Isa Vermehren war der Film hochkarätig besetzt.

In jenen Tagen
D 1947
Regie: Helmut Käutner
Drehbuch: Helmut Käutner, Ernst Schnabel

Veranstaltungsort:
Filmraum, Müggenkampstraße 45

 

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Dienstag, 21. Februar 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Der Ruf (1949)
Filmseminar mit Einführung - Teil 3

In der Emigration in Kalifornien erhält Mauthner den Ruf, als Philosophieprofessor an seine alte Universität Göttingen zurückzukehren. Seine amerikanischen Freunde raten ihm ab. Er aber reist trotzdem mit seinen jüngeren Mitarbeitern zunächst nach Berlin, wo er seine geschiedene Frau trifft. In dem Gespräch zwischen dem jüdischen Professor und seiner nichtjüdischen Frau wird deutlich, dass sie, in der Hoffnung, damit den Sohn zu schützen, einen Nationalsozialisten geheiratet hat. Der Sohn ist Mitglied einer Studentengruppe, die unter Anführung des neiderfüllten, nach wie vor der NS-Ideologie anhängenden Kollegen Fechner den zurückgekehrten Emigranten boykottieren und vertreiben will. Als Mauthner in Göttingen seine Antrittsvorlesung hält, die sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzt, gibt es feindselige Reaktionen und offen antisemitische Äußerungen. Der Tod des gesundheitlich angeschlagenen Mauthners, während seine Frau zu ihm zurückkehrt und sich sein Sohn von der nationalsozialistischen Gruppe trennt, bildet den dramatischen Schluss des Films.

Der Ruf
D 1949
Regie: Josef von Baky
Drehbuch: Fritz Kortner
Schauspieler: Fritz Kortner (Prof. Mauthner)

Veranstaltungsort:
Filmraum, Müggenkampstraße 45

 

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Dienstag, 7. März 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Rosen für den Staatsanwalt (1959)
Filmseminar mit Einführung - Teil 4

In den letzten Tagen des II. Weltkrieges wird der Gefreite Rudi Kleinschmidt (Walter Giller) vom Kriegsgerichtsrat Dr. Wilhelm Schramm (Martin Held) wegen des angeblichen Diebstahls zweier Dosen Fliegerschokolade zum Tode verurteilt. Da das Hinrichtungskommando von einem alliierten Tiefflieger angegriffen wird, entgeht Kleinschmidt der Hinrichtung und kann das von Schramm unterschriebene Todesurteil sichern. Einige Jahre nach Kriegsende schlägt sich Kleinschmidt als Verkäufer von Trick-Spielkarten durch, während Dr. Schramm mittlerweile Oberstaatsanwalt ist. Nicht zuletzt, weil er seine Rolle als Militärjurist bei der Entnazifizierung verschwieg. Als Rudi und Dr. Schramm sich zufällig begegnen, ist dieser um seine Karriere besorgt. Der Oberstaatsanwalt lässt seine Beziehungen spielen, um Kleinschmidt zum „freiwilligen“ Verlassen der Stadt aufzufordern. Kleinschmidt stiehlt erneut Schokolade. In der Gerichtsverhandlung vertritt Dr. Schramm zum Erstaunen seiner Vorgesetzten selbst die Anklage. Doch die Verhandlung endet für den Oberstaatsanwalt im Fiasko. In Panik beantragt er für Kleinschmidt erneut die Todesstrafe.

Rosen für den Staatsanwalt
D 1959
Regie: Wolfgang Staudte
Drehbuch: Georg Hurdalek

Veranstaltungsort:
Filmraum, Müggenkampstraße 45

 

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Donnerstag, 6. April 2017, 19:30 Uhr

Eintritt frei

"Marions Buch"
Marion Baruch Zeichnungen 1936

 

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Donnerstag, 27. April 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

"Sommer in Brandenburg"
Romanlesung
Urs Faes

 

Hier können Sie sich über das Programm der anderen Hamburger Geschichtswerkstätten informieren!

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