Galerie Morgenland /

Öffnungszeiten:


REIHE
MARIONS BUCH

 

Donnerstag, 6. April 2017, 19:30 Uhr

Eintritt frei

"Ach schau an, und wer küsst mir?"
Der kurze Lebensweg von Marion Baruch

Kurzbeiträge von Jörg Petersen, Stefanie Könnecke, Lior Oren

Die Ausstellung ist bis Mittwoch, 31. Mai 2017 jeden Dienstag und Mittwoch von 13–18 Uhr in der Galerie Morgenland, Sillemstraße 79 geöffnet.

Marion Baruch schenkt ihrer älteren Schwester Helga zur Hochzeit ein Buch mit eigenen Zeichnungen. Darin skizziert Marion die Liebesbeziehung ihrer Schwester Helga zu Bernhard Arna sowie das Leben der jüdischen Familie Baruch im Hamburger Grindelviertel in den 1920er- und 1930er-Jahren. Marion ist eine talentierte Zeichnerin und entwirft auch Filmplakate für den Jüdischen Kulturbund in Hamburg. Sie, ihr Bruder und ihr Vater werden von deutschen Faschisten ermordet. Helga und Bernhard Arna dagegen können 1936 nach Palästina auswandern. Sie bauen sich ein neues Leben auf und haben sechs Kinder. Das Buch überdauert die Zeiten in Israel. Dank Lior Oren können wir nun Marions Zeichnungen als Reproduktionen öffentlich präsentieren. Die Skizzen erinnern zugleich an die ermordeten Familienmitglieder. Wir laden alle Eimsbütteler Bürgerinnen und Bürger sehr herzlich ein, sowohl die Ausstellung als auch die Veranstaltungen zu besuchen.

 

Jörg Petersen ist Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel; Stefanie Könnecke ist Vorsitzende des Ausschusses für Haushalt und Kultur der Bezirksversammlung Eimsbüttel; Lior Oren ist der Enkel von Helga Arna. Alle leben in Hamburg-Eimsbüttel.

REIHE
MARIONS BUCH

 

Donnerstag, 20. April 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Juden und Sport
Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin

Vortrag von L. Joseph Heid

Über das Verhältnis der Juden in Deutschland und dem Ausland zu den Olympischen Spielen in Berlin ist bislang wenig bekannt. Und doch spielten sie sport-politisch eine herausragende Rolle, weil die Nationalsozialisten deutsch-jüdische Sportlerinnen und Sportler aus rassischen Gründen als Olympioniken ausschließen wollten. In diesem Falle hatten die USA mit einem Olympiaboykott gedroht. Daraufhin sicherten die Nationalsozialisten zu, ausländische Mannschaftsaufstellungen zu akzeptieren.
Wie die deutschen Machthaber aber trotzdem ihre Rassepolitik durchsetzten, beschreibt der Vortrag u. a. anhand der Biographien der jüdischen Sportlerinnen Gretel Bergmann und Helene Mayer sowie des Sportfunktionärs Theodor Lewald.

 

PD Dr. L. Joseph Heid, Historiker, Literaturwissenschaftler, Publizist; freier Mitarbeiter von Süddeutscher Zeitung, Zeit, Welt; Jüdischer Allgemeine; Mitherausgeber der Judaica-Reihe im Campus-Verlag. Publikation: Peter Blachstein, Von der jüdischen Jugendbewegung zur Hamburger Sozialdemokratie, Biographie eines Sozialisten (2014).

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Donnerstag, 27. April 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

"Sommer in Brandenburg"
Lesung mit Urs Faes

Zwei junge Menschen, noch keine zwanzig: er ein Hamburger Schlaks, aus einer gutbürgerlichen Familie, musisch interessiert; sie mit den dunklen Augen und unbefangenem Lachen, Tochter eines Wiener Journalisten. Sie begegnen sich, sie arbeiten miteinander, sie verlieben sich – unter außergewöhnlichen Umständen. Im Sommer 1938 bereiten sich Lissy Harb und Ron Berend auf einem Landgut in Brandenburg auf ihre Ausreise nach Palästina vor. Es ist eines von mehreren jüdischen Landwerken, sogenannten Hachschara-Zentren, in denen sich, von den Nationalsozialisten nur anfangs geduldet, Jugendliche für das harte Leben im Kibbuz rüsten. Sie alle eint das Ziel, dem Terror zu entkommen. Sommer in Brandenburg erzählt von der berührenden Beziehung zweier Menschen in einer fast idyllisch anmutenden kleinen Welt. Doch die Außenwelt macht sich in zunehmend barbarischer Weise bemerkbar. Und es ist die Frage, wie eine Liebe zu leben ist, wenn die Spielräume immer kleiner werden.

 

Urs Faes, Jg. 1947, ist ein bekannter Schweizer Schriftsteller. Sein Buch erschien 2014 im Suhrkamp Verlag.

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Dienstag, 9. Mai 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

"Le Chaim"
Jüdisches Reisen nach Palästina 1932-1939

Vortrag von Björn Siegel

Vor dem Hintergrund des steigenden Antisemitismus im Europa der 1930er-Jahre wurde Palästina zu einem Traumland für europäische Juden. Das britische Mandatsgebiet am östlichen Rand des Mittelmeeres wurde nicht nur für überzeugte Zionisten zum Zielpunkt, die dort einen jüdischen Staat gründen wollten. Sondern auch für viele deutsche und europäische Juden, die den Realitäten im faschistisch werdenden Europa entfliehen wollten. Viele jüdische Reisende lockte auch das Interesse nach einem kulturellen Erleben der Antike nach Palästina.
Um die jüdische Migration nach Palästina in ihrer Komplexität verstehen zu können, widmet sich der Vortrag den diversen Vorstellungen und Hoffnungen der Pioniere, Emigranten und Reisenden und zeichnet ihre vielfältigen Begegnungen auf dem Weg in die vermeintliche neue Heimat nach.

 

Dr. Björn Siegel, wiss. Mitarbeiter am Hamburger Institut für die Geschichte der deutschen Juden im Projekt „Zwischen Europa und Palästina – Das Schiff als Ort in der jüdischen Migrationsgeschichte 1920–1939“.

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MARIONS BUCH

 

Dienstag, 16. Mai 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Hamburger Juden im Getto Minsk

Vortrag von Beate Meyer

Am 8. und 18.11.1941 transportierten Züge insgesamt 1775 Juden von Hamburg bzw. Bremen und Hamburg ins Getto Minsk. Sie gehörten zu den ersten deutschen Juden, die dort eintrafen, wo bereits bis zu 80.000 einheimische Juden gefangen gehalten wurden. Etwa 12.000 von diesen wurden ermordet, um für die Neuankömmlinge „Platz zu schaffen“. Die mussten erst einmal die Spuren dieses Massenmordes beseitigen, bevor sie sich notdürftig dort einrichten konnten. Der Hamburger Edgar Franck und mit ihm Deportierte stellten den ersten Judenrat für das nun geschaffene deutsche Sondergetto, das von den Einheimischen „Hamburger Getto“ genannt wurde.
Beate Meyer thematisiert in ihrem Vortrag den Alltag der deutschen und der Hamburger Juden im Getto, ihre Beziehungen zu den einheimischen Juden sowie die Auseinandersetzungen zwischen der zuständigen Zivilverwaltung und der SS.

 

Dr. Beate Meyer ist wiss. Mitarbeiterin am Hamburger Institut für die Geschichte der deutschen Juden und leitet zusammen mit Dr. Rita Bake von der Hamburger Landeszentrale für politische Bildung das Projekt „Stolpersteine in Hamburg – biographische Spurensuche“.

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MARIONS BUCH

 

Dienstag, 30. Mai 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Fritz Benscher

Ein Holocaust-Überlebender als Rundfunk- und Fernsehstar in der Bundesrepublik

Vortrag von Beate Meyer

„Leider hatte der ‚Führer‘ keine großen Sympathien für mich und verzichtete auf meine Mitwirkung“, spöttelte Fritz Benscher über die Zeit des Nationalsozialismus. Der Hamburger Schauspieler trat in dieser Zeit beim Jüdischen Kulturbund auf, schulte dann zum Sargtischler um und arbeitete für die Jüdische Gemeinde. 1943 wurde er nach Theresienstadt deportiert, überlebte Auschwitz und Dachau. Kaum befreit, präsentierte er sich den Hörern des Senders der US-Militärregierung Radio Munich/Radio München (später Bayerischer Rundfunk) als Jude, Ex-KZ-Häftling, Linker und Hamburger. Mit bissigem Witz und Aufklärung über die Verbrechen des Nationalsozialismus betrieb er re-education und kämpfte gegen die Wiederbewaffnung. In den 1960er-Jahren wurde er als Quizmaster („Tick-Tack-Quiz“) dem Fernsehpublikum bekannt.
Beate Meyer stellt ihre gerade erschienene Biographie über Fritz Benscher vor.

 

Dr. Beate Meyer ist wiss. Mitarbeiterin am Hamburger Institut für die Geschichte der deutschen Juden und leitet zusammen mit Dr. Rita Bake von der Hamburger Landeszentrale für politische Bildung das Projekt „Stolpersteine in Hamburg – biographische Spurensuche“.

REIHE
EINZELVERANSTALTUNG

 

Donnerstag, 15. Juni 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Breslau/Wroclaw

Kulturhauptstadt Europas 2016

Bilder-Vortrag von Christine Belling

Die Stadt an der Oder gelangte schon früh zu europäischer Bedeutung, da sie am Drehpunkt der alten Fern- und Handelsrouten von West nach Ost und von Nord nach Süd lag. 1000 Jahre Geschichte unter wechselnder Herrschaft führte zu einem reichen multikulturellen Erbe – ob polnisch, böhmisch, habsburgisch, preußisch, deutsch oder jüdisch.
Dieses Erbe gestalten heute die polnischen Einwohner, die nach dem Krieg in der Stadt im Austausch gegen die Deutschen neu angesiedelt wurden.
Kunstvoll und achtsam wurde das zerstörte Breslau von polnischen Restauratoren wieder aufgebaut. Heute prägen die vielen Universitäten mit einer aktiven politischen und kulturellen Szene den jungen und lebendigen Charakter der Stadt.
Das Motto „Stadt der Begegnungen“ für das Kulturhauptstadtjahr 2016 spiegelte diese Vielfalt wider.

 

 

Christine Belling absolvierte an der Münchener Fotoakademie ihre Ausbildung als Fotografin, studierte in Hamburg Kunst und Deutsch und ist seit 1991 im kreativen und kulturellen Bereich tätig.

Hier können Sie sich über das Programm der anderen Hamburger Geschichtswerkstätten informieren!

www.hamburger-geschichtswerkstätten.de