Galerie Morgenland /

Öffnungszeiten:


REIHE
AUFBRÜCHE 1917-2017

 

Dienstag, 24. Oktober 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

100. Jahrestag des "Roten Oktobers"

Zur Historisierung der Russischen Revolution von 1917

Vortrag von Nikolas Dörr

2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum 100. Mal. Mit der Machtübernahme der Bolschewiki unter der Führung Lenins am 7. November 1917 – nach dem damals in Russland gültigen julianischen Kalender war es der 25. Oktober – wurde der Kommunismus erstmals in der Geschichte Staatsideologie, wenn auch anders als von Karl Marx prognostiziert.
Die gewaltsam durchgesetzte Revolution hatte maßgebliche Folgen für die deutsche, europäische und Weltgeschichte. Sie faszinierte Linke auf allen Kontinenten, die auf eine bessere und gerechtere Gesellschaft hofften und rief Ängste vor einer sozialistischen Weltrevolution hervor. Hamburg wäre 1923 beinahe der Ort der deutschen Oktoberrevolution geworden. In der DDR und den anderen Staaten des sozialistischen Lagers wurde die Oktoberrevolution zu einem Mythos verklärt, der nur wenig mit den tatsächlichen Ereignissen zu tun hatte. Dazu trugen auch künstlerische Interpretationen wie in Sergej Eisensteins Film „Oktober“ (1928) bei. Der Vortrag wird diese unterschiedlichen Rezeptionen darstellen und auch auf den geschichtspolitischen Umgang mit dem „Roten Oktober“ eingehen.

 

Dr. Nikolas Dörr, Politologe und Historiker, wiss. Mitarbeiter an der Uni Bremen. Publikation: Die Rote Gefahr. Der italienische Eurokommunismus als sicherheitspolitische Herausforderung für die USA und Westdeutschland 1969–1979 (2017).

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AUFBRÜCHE 1917-2017

 

Dienstag, 31. Oktober 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Arbeitersport in Hamburg

Arbeiterfußball und Fichte Eimsbüttel

Vorträge von Werner Skrentny und Herbert Diercks

Der Arbeitersport war ein Teil der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik. In den Hamburger Stadtteilen gab es zahlreiche Arbeitersportvereine, z. B. in Eimsbüttel der „Freie Turn- und Sportverein Fichte Hamburg-Eimsbüttel von 1893 e.V.“ (Fichte Eimsbüttel). Fußballspitzenspiele auf dem Hohelufter Sportplatz mit dem SC Lorbeer 06 aus Rothenburgsort zogen Tausende an.
Die Spaltung der Arbeiterbewegung führte im Sport ab 1929 zur Trennung zwischen dem sozialdemokratisch orientierten Arbeiter-Turn- und Sportbund und der kommunistischen Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit. 1933 wurden die Arbeitersportvereine verboten und mehrere Arbeitersportler beteiligten sich am Widerstand gegen den Nationalsozialismus. In Gestapo-Haft starb im März 1934 der bekannte Fußballspieler August Postler.
Nach dem Vortrag von Werner Skrentny zur Geschichte des Hamburger Arbeitersports wird Herbert Diercks anhand zahlreicher Fotos die Geschichte von „Fichte Eimsbüttel“ erzählen.

 

Werner Skrentny, freier Autor; zahlreiche Veröffentlichungen zum Arbeitersport, zur Fußballgeschichte, zum Fußball in der NS-Zeit und jüdischen Fußball.
Herbert Diercks ist Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und war 2016 Kurator der Rathaus-Ausstellung „Hamburger Fußball im Nationalsozialismus“.

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AUFBRÜCHE 1917-2017

 

Dienstag, 7. November 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Mobil-Machung

Gedichte und Geschichten vom Krieg und vom Leben

Duo LYSAX

1914 wurden Hirne und Körper junger Männer mit HURRA zum Glühen gebracht, um zum kollektiven Töten zu schreiten. Doch das Leiden in den Material- und Graben-Schlachten eroberte Körper und Seelen zurück.
Hundert Jahre später können und wollen wir diese Kriegserfahrungen nicht ungebrochen reproduzieren. Momente individuellen Lebensglücks (Tanz, Verliebtseins, Dada) setzen wir neben den kollektiven Furor.
Zu hören sind Gedichte und Geschichten von Jandl, Hauptmann, Brecht, Hacks, Dehmel und anderen.

 

LYSAX sind Friedrich Oechsle (Gitarre, Saxophon, Klarinette) und Jürgen Siebers (Rezitation); beide sind Diplompädagogen, leben und arbeiten in Hamburg.

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AUFBRÜCHE 1917-2017

 

Dienstag, 14. November 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Arbeiter und Arbeiterbewegung in Hamburg

Von der Weimarer Republik zur NS-Zeit

Vortrag von Ludwig Eiber

Aus zeitlicher Distanz lässt sich heute ein kurzer Rückblick auf das 20. Jahrhundert und die kommunistische Bewegung skizzieren. Die Entwicklungen dieser Zeit prägten auch die Verhältnisse in Hamburg und Eimsbüttel in den 1920er- und 1930er-Jahren, trotz aller örtlichen Besonderheiten. Für die meisten Arbeiterinnen und Arbeiter ging es zunächst fast immer um das alltägliche „Überleben“, um Arbeit und Arbeitsbedingungen, Lohn, sowie Wohnen und Lebenshaltungskosten. Doch trotz vielfältiger Gemeinsamkeiten unterschieden sich Arbeits- und Lebensverhältnisse und führten zu anderen Erwartungshaltungen und Visionen, zu verschiedenen politischen Orientierungen. Die sozialen Verhältnisse der Hafen- und Werftarbeiter und die damit verbundenen gewerkschaftlichen und politischen Haltungen und Aktivitäten werden im Zentrum des Vortrags stehen.

 

Dr. Ludwig Eiber ist Historiker und leitete von 1980–1988 die KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

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AUFBRÜCHE 1917-2017

 

Dienstag, 21. November 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

In Memoriam Jens Michelsen

Potentiale der Erinnerungskultur im Kampf für die Menschenrechte

Eine Kooperationsveranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel

Am 17. November 2007 verstarb mit 55 Jahren Jens Michelsen, der über Jahrzehnte die Hamburger Erinnerungskultur prägte. Kultursenatorin von Welck erklärte, „dass Jens Michelsen so wenig vergessen wird wie seine Arbeit, die uns stets an ihn erinnern wird“. Bereits seit den bewegten 1970er-Jahren in der Evangelischen Studentengemeinde, in Dritte-Welt-Initiativen und der Friedensbewegung politisch aktiv, wurde die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu seinem Lebensthema. In der Galerie Morgenland begründete er die Schriftenreihe „Eimsbüttler Lebensläufe“. Für die Werkstatt der Erinnerung in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte, die KZ-Gedenkstätte Neuengamme und die Senatskanzlei führte er seit den 1980er-Jahren viele lebensgeschichtliche Interviews mit ehemaligen Verfolgten. Als erster Leiter des Studienzentrums der KZ-Gedenkstätte Neuengamme prägte er dessen Profil ganz wesentlich. Viele von ihm geknüpfte internationale Kontakte wirken bis heute fort.
Beate Meyer, Joachim Szodrzynski, Detlef Garbe und Oliver von Wrochem werden gemeinsam an den unermüdlichen Anstifter, Netzwerker und Menschenfreund Jens Michelsen erinnern.

 

Dr. Beate Meyer ist Mitarbeiterin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden; Joachim Szodrzynski ist Mitarbeiter der Forschungsstelle für Zeitgeschichte; Dr. Detlef Garbe leitet die KZ-Gedenkstätte Neuengamme und Dr. Oliver von Wrochem leitet das Neuengammer Studienzentrum.

REIHE
AUFBRÜCHE 1917-2017

 

Dienstag, 28. November 2017, 19:30 Uhr

Eintritt 3,00 Euro

Zwischen Leben, Gefängnis und Hinrichtung

Biographische Spurensuche zu Stolpersteinen in Eimsbüttel

Vortrag von Peter Offenborn

Acht Lebensläufe von Hamburger Arbeitern und Angestellten stellt Peter Offenborn vor. Sie leisteten Widerstand gegen das NS-Regime in Deutschland, das eine Koalition aus rechtsextremen bürgerlichen Parteien und Organisationen in Verbindung mit der NSDAP im Januar 1933 errichtete. Sie halfen Verfolgten, sammelten und verbreiteten Informationen über die politische Lage und wollten die Arbeitsbedingungen in ihren Betrieben verbessern. Während des Krieges unterstützten sie Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen und versuchten, durch Sabotage die Rüstungsproduktion zu behindern. Und immer ging es auch darum, das eigene Leben zu führen: ihm Sinn zu geben, sich die Würde nicht nehmen zu lassen, Mensch zu sein mit dem Bedürfnis nach Sicherheit und Liebe, sowie Hoffnungen auf eine Zukunft ohne Krieg und Terror wach zu halten.

 

Peter Offenborn, Historiker, bis 2008 Buchhändler; 2007 Abschluss eines Forschungsvorhabens „Jüdische Jugend in Hamburg 1933–1941“; Mitarbeiter der zwei Bände „Stolpersteine in Hamburg-Eimsbüttel und Hamburg-Hoheluft-West“.

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AUFBRÜCHE 1917-2017

 

Dienstag, 12. Dezember 2017, 19:30 Uhr

Eintritt frei

"Wohnhöhlen in Eimsbüttel"

KPD-Stadtteil- und Betriebszeitungen in Eimsbüttel um 1930

Werkstattbericht und Lesung u. a. mit Jörg Petersen

Bei den Forschungen zur „Pressegeschichte Eimsbüttels“ entdeckten wir zahlreiche Eimsbütteler KPD-Zeitungen aus den 1920er- und 1930er-Jahren im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde. Häuserblock-, Zellen- und Betriebszeitungen erschienen mit Hilfe der KPD-Leitungsebenen in den Arbeiterquartieren im gesamten Deutschen Reich. Diese hektographierten Blätter dienten der Agitation für die politischen Ziele der KPD. Zugleich sollten ihre Leserinnen und Leser an die allgemeine KPD-Presse – wie die „Hamburger Volkszeitung“ und die „Rote Fahne“ – herangeführt werden.
In den Artikeln wurde über Wohnungsnöte, Mieter- und Betriebskämpfe, kulturelle Fragen sowie politische Aktionen in Eimsbüttel und Umgebung berichtet. Sie sind ein authentisches Zeugnis aus dem Arbeitermilieu in Eimsbüttel und spiegeln die zugespitzte politische Situation am Ende der Weimarer Republik wider.
Die Eimsbütteler Zeitungen werden im Überblick vorgestellt und ausgewählte Artikel werden vorgelesen.

 

Jörg Petersen ist Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel.

Hier können Sie sich über das Programm der anderen Hamburger Geschichtswerkstätten informieren!

www.hamburger-geschichtswerkstätten.de