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Veranstaltungen

Dienstag, 02. Juni 2026, 19:00 UHR

Avantgarde in der Osterstraße

Der Architekt Karl Schneider



Karl Schneider gehört zu den Pionieren des Neuen Bauens und war in den 1920er Jahren über Hamburgs Grenzen hinaus international bekannt. Ecke Osterstraße/Heußweg baute er 1928 den ersten modernen Geschosswohnungsbau von Eimsbüttel. Darin war auch das Großkino Emelka-Palast, eines der modernsten Kinos Deutschlands. Ruth Asseyer und Patrick Bleckwedel (Karl Schneider Gesellschaft e.V.) geben in ihrem Vortrag einen Überblick über Leben und Werk des Avantgarde-Architekten.

Moderation: Susanne Kondoch-Klockow

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über Spenden.

Wohnanlage Heußweg/Osterstraße 1928, Copyright: Petra Vorreiter/ Ernst Scheel Archiv

Dienstag, 05. Mai 2026, 17:30 UHR

"Papa Schulz" – Wie sozial ist die Osterstraße?



In der Dokumentation „Papa Schulz und die Osterstraße“ erfährt ein an Demenz erkrankter 85-jähriger Eimsbütteler in seinem Umfeld Nachbarschaftshilfe und Freundlichkeit. Er ist immer zu Fuß unterwegs, plaudert mit Verkäufer*innen und wird aufgefangen von den Menschen in seiner Umgebung. Der Film entstand 2014. Wäre so etwas heute auch möglich? Ist die Osterstraße noch - oder vielleicht wieder - eine soziale Meile? Kann sie als Spiegel des Stadtteils gesehen werden?

Im Rahmen der "Osterstraßen"-Reihe laden wir ein, den 30-minütigen Film zu sehen und im Anschluss daran zu diskutieren! Der Filmemacher Michael Kottmeier und zwei Eimsbüttelerinnen sind dabei, die die Osterstraße und Eimsbüttel aus unterschiedlichen Perspektiven kennen: Davina Kronshage von Kemenate Frauen Wohnen e.V., dem Tagestreff für wohnungslose Frauen, und Arlette Andrae, Mitbegründerin des Kreativhauses e.V. und vormals Osterstraße e.V. Moderiert wird der Abend von Martin Kempe.

Die Veranstaltung findet im FilmRaum in der Müggenkampstraße 45 statt. 



DVD Cover | k-Film Produktion
Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über Spenden.



Dienstag, 28. April 2026, 17:30 UHR

"Osterstraßen-Spaziergang" – Film und Gespräch

Zur Geschichte des Hamburger Stadtteils Eimsbüttel



Kurt Groenewold, ein bekannter Rechtsanwalt aus Eimsbüttel, und der Architekt Karl Schneider (1892-1945) führen durch die Straße - teils "in echt" und teils als gezeichnete, animierte Figuren. Sie treffen berühmte alte und neue Eimsbütteler, erzählen Wissenswertes und Anekdoten. Dabei wird aus diesem besonderen Spaziergang durch die Osterstraße zugleich einer durch die Geschichte Eimsbüttels.

Im Rahmen der "Osterstraßen"-Reihe zeigen wir den Film von Dr. Birgit Kiupel und Andre Piontek, die dafür viel bei uns in der Geschichtswerkstatt recherchiert haben. Anschließend laden wir Sie ein zum Gespräch mit einem der Protagonisten: Sie haben die Gelegenheit, sich mit Kurt Groenewold über unseren Stadtteil auszutauschen. Sandra Latussek führt durch den Abend. 

Skizze Birgit Kiupel, Foto Klaus Westermann, Layout Peter Vopelius, Edition Groenewold
Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über Spenden.


Trick- und Interviewfilm (66 Minuten / 2024) von Birgit Kiupel/Andre Piontek. 

Der Film wird gezeigt im "FilmRaum" in der Müggenkampstraße 45.



Sonntag, 19. April 2026, 14:00 - 17:00 UHR

Tag der Geschichtswerkstätten 2026

Eröffnung der Veranstaltungsreihe "Osterstraße"



Die wohl bekannteste Straße des Stadtteils steht im Mittelpunkt unserer Veranstaltungsreihe, die wir am "Tag der Geschichtswerkstätten" eröffnen.

14.00 Uhr: Begrüßung und Vorstellung der Reihe. Sandra Latussek und Dr. Anke Rees

14.30 Uhr: Ausstellungseröffnung "Osterstraße - Zeitformationen". Werner A. Schöffel, Künstler und Kurator der Galerie Morgenland. Moderation Dr. Matthias Oppermann

16.00 Uhr: Vortrag "Zwischen Pferdefuhrwerken, Kinotempeln und Widerstand. Geschichte(n) aus der Osterstraße". Dr. Birgit Kiupel, Historikerin. Moderation Dr. Anke Rees

Bis 17.00 Uhr: Büchertisch, Klönschnack, Kaffee & Kuchen

Alle Veranstaltungen an dem Tag sind kostenfrei! Wir freuen uns über Spenden.

Die Reihe läuft bis zum 14. Juni. Die Infos zu den weiteren Vorträgen, Ausstellungen, Film- und Diskussionsabenden finden Sie im Programmflyer der Osterstraßen-Reihe.


Sonntag, 19. April 2026, 16:00 - 17:00 UHR

Zwischen Pferdefuhrwerken, Kinotempeln und Widerstand

Geschichte(n) aus der Osterstraße

Vortrag von Dr. Birgit Kiupel



Kommen Sie mit auf einen "Spaziergang im Sitzen": Die Historikerin Dr. Birgit Kiupel führt Sie in unseren Räumen am "Tag der Geschichtswerkstätten" durch die Geschichte der Osterstraße. Der Vortrag beleuchtet, wie diese besondere Verbindungsstraße zur zentralen Flaniermeile in Hamburgs einwohnerstärkstem Stadtteil Eimsbüttel wurde, der sich aus dem kleinen Dorf „Eymersbuttele“ entwickelte und erstmals 1275 urkundlich in einem Kaufvertrag erwähnt wurde. Birgit Kiupel gibt einen Überblick zur Entwicklung von Konsum, Kino und Gastronomie, aber auch zu Antisemitismus, Nationalsozialismus und Studierendenbewegung. Sie fragt nach Zeugen der "Moderne",  alten wie aktuellen Brennpunkten und zeigt Möglichkeiten bürgerschaftlichen Mitwirkens auf.

 

Illustration Birgit Kiupel
Alle Veranstaltungen am heutigen Tag sind kostenfrei! Wir freuen uns über Spenden.

Dienstag, 24. Februar 2026, 19:00 UHR

"Sollen Weiber rudern?"

Vortrag mit Diskussion



Aus Rücksicht auf ihre Gesundheit sollten Frauen besser keinen Rudersport betreiben – diese Ansicht vertrat ein Mediziner 1924. Er veröffentlichte dazu unter dem Titel "Sollen Weiber rudern?" einen Artikel in der Zeitschrift "Wassersport". Das tat jedoch der Begeisterung fürs Rudern bei Frauen keinen Abbruch. Immer mehr entdeckten den Sport für sich. So wurde auch 1925 der Hamburger Damen-Ruder-Club (HDRC) gegründet. Das 100-jährige Jubiläum nahm der Verein zum Anlass, seine Vergangenheit aufarbeiten zu lassen. Dr. Marcel Bois, Wissenschaftler an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH), hat die Geschichte des HDRC, vor allem während der Zeit des Nationalsozialismus und den Umgang damit bis 1965, untersucht. Die Ergebnisse der Studie stellt der Referent an diesem Abend vor.

Im Anschluss ist Zeit für Fragen und Gespräche. Auch Mitglieder des Ruderclubs werden dabei sein. Die Publikation zur Studie kann am Abend erworben werden.

Bootstaufe der Hamburger Ruderinnen, 1939 | Foto: Archiv des Hamburger Ruderinnen-Clubs von 1925 e.V.



Die Veranstaltung wird moderiert von unserem Mitglied und Rundgangsleiter, dem Historiker Jonas Jakubowski. 

Eintritt frei – wir freuen uns über Spenden!

 

Dienstag, 27. Januar 2026, 19:00 UHR

Ille Wendt – Im Widerstand gegen den Faschismus



Während der NS-Diktatur war Ille Wendt gemeinsam mit ihrem Mann Walter Wendt aktiv im Widerstand. Ihr Mut und ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung prägten ihr gesamtes Leben. Ihre Enkelin, Mascha Kirchner, hat zum politischen und sozialen Wirken ihrer Großmutter anhand von Briefen, Tagebüchern, Fotos und Interviews aus dem Familiennachlass geforscht. An diesem Abend berichtet sie darüber mit besonderem Blick auf die frauenspezifischen und transgenerationellen Zusammenhänge.

Ille Wendt (1908–1993) wuchs in Köln in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf. Schon früh emanzipierte sie sich von ihrem deutsch-nationalen Elternhaus und fand über Jugendgruppen der Wandervogelbewegung und der Gewerkschaft den Weg zum Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD). Um einer drohenden Zwangseinweisung in ein Kloster zu entkommen, floh sie mit 17 Jahren nach Hamburg. Hier engagierte sie sich politisch und gesellschaftlich – unter anderem für Kinder- und Frauenrechte – und stellte sich früh dem aufkommenden Faschismus entgegen.

Foto: Mascha Kirchner / Nachlass Ille Wendt
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der VVN/BdA statt.

Eintritt frei - wir freuen uns über Spenden!

Freitag, 06. Juni 2025, 16:00 UHR

Willkommen in Hamburg?!

Gespräch mit Rüdiger Pohlmann



Rüdiger Pohlmann war im November 1989 auf der Marko Polo tätig, neben der Casa Marina ein weiteres Geflüchtetenschiff, das im Hamburger Hafen lag. Diese Schiffe wurden als Wohnschiffe genutzt oder zu sogenannten Flotels umgebaut. Nach 1993 kamen weitere Wohnschiffe hinzu, wie die Bibby Endeavour, die Bibby Altona und die Bibby Stockholm, die allesamt bis 2006 in Neumühlen lagen. Die Bibby Stockholm wurde auch im Jahr 2023 wieder für die Unterbringung geflüchteter Menschen vor der Küste Großbritanniens genutzt. Im Gespräch geht es um Rüdiger Pohlmanns Arbeit als Sozialarbeiter auf der Marko Polo und um seine Perspektiven auf das Ankommen in der Hansestadt.

Rüdiger Pohlmann ist heute Mitglied der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel und engagiert sich für Projekte im Bereich Inklusion.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung "Demokratie vor Ort – Persönliche Erinnerungen von Hamburger:innen aus der DDR“, die in unserem Galerieraum vom 18. Mai bis 8. Juni 2025 zu sehen ist.

Eine Postkarte der Marko Polo, die man damals auf dem Schiff kaufen konnte (© Rüdiger Pohlmann)
Eintritt: freiWir freuen uns über Spenden!

Sonntag, 01. Juni 2025, 11:00 UHR

„Boah, ich bin hier voll im Wunderland gelandet…“

Gespräch mit Sarah Victoria Schalow



Sarah Victoria Schalow kam im Oktober 1989 als Kind aus der DDR nach Hamburg. Sie und ihre Familie wurde zunächst für einige Tage in einer Wohnwagensiedlung untergebracht, bevor sie auf das Wohnschiff Casa Marina kamen. Das Wohnschiff lag an der Großen Elbstraße unweit des Hamburger Fischmarkts in Altona.

Sarah Victoria Schalow ist heute Schauspielerin und auch aus der Serie Alles was zählt bekannt. Das Gespräch mit ihr dreht sich unter anderem um die ersten Eindrücke und das Ankommen in Hamburg, das Leben auf dem Wohnschiff und die Aufnahme durch die Hamburger Stadtbevölkerung.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung "Demokratie vor Ort – Persönliche Erinnerungen von Hamburger:innen aus der DDR“, die in unserem Galerieraum vom 18. Mai bis 8. Juni 2025 zu sehen ist.

 

© Sarah Victoria Schalow
Eintritt: freiWir freuen uns über Spenden!

Donnerstag, 22. Mai 2025, 18:00 UHR

„Hinter den Kulissen“

Gespräch mit den Kurator*innen der Ausstellung „Demokratie vor Ort“



Theresa Hertrich und Jan Krawczyk sind für die Ausstellung „Demokratie vor Ort — Persönliche Erinnerungen von Hamburger:innen aus der DDR“ verantwortlich. Beide arbeiten im Arbeitsfeld Public History der Universität Hamburg

In einem Kurator*innengespräch geben sie Einblicke zur Entstehung und Entwicklung der Ausstellung in den Projekten „Orte der (Un-)Sichtbarkeit“ und „Demokratie vor Ort: Resonanz — Raum — Ausstellung“ . Sie laden darüber hinaus dazu ein, über die Projektarbeit als solche und damit grundsätzlich über DDR-Erinnerung in Hamburg ins Gespräch zu kommen.

© Röttger/UHH
Eintritt: freiWir freuen uns über Spenden!

Sonntag, 18. Mai 2025, 15:00 UHR

„Demokratie vor Ort – Persönliche Erinnerungen von Hamburger:innen aus der DDR“

Vernissage der Wanderausstellung



Um 15 Uhr eröffnet die Ausstellung „Demokratie vor Ort – Persönliche Erinnerungen von Hamburger:innen aus der DDR“ in unserem Galerieraum. Nach einführenden Worten der Veranstaltenden bietet der Nachmittag Raum für Austausch bei Musik, Snacks und Getränken. Im Zentrum der Ausstellung stehen individuelle Erinnerungen und Erfahrungen von Hamburger*innen aus der DDR. Interaktive Hörstationen ermöglichen einen vielstimmigen Einblick in persönliche Geschichten und in die Bedeutung ihrer persönlichen Erinnerungsorte in Hamburg. Thematisiert werden unter anderem Freiheit, das Ankommen in einer neuen Gesellschaft sowie der Umgang mit Diktaturerfahrungen. Die Ausstellung schafft Raum für Reflexion und Dialog. 

Weitere Informationen unter: https://demokratie-hamburg.blogs.uni-hamburg.de/



© Röttger/UHH
Eintritt: freiWir freuen uns über Spenden!

Freitag, 16. Mai 2025, 19:30 UHR

"Meines Großvaters Geige"

Eine Lesung zum Schicksal der Hamburger jüdischen Familien Wohlwill und Dehn



Matthias Brandis, ein Großneffe von Gretchen Wohlwill, liest aus seinem Buch über seine weitverzweigte, jüdische Hamburger Familie. Die Geschichte beginnt mit Yoel Wolf (später Immanuel Wohlwill), der als Kind in einer progressiven Schule liberal erzogen wurde – eine Grundhaltung, die er an seine fünf Kinder weitergab und die sich in den nachfolgenden Generationen fortsetzte. Ab 1933 wurde die Familie auseinandergerissen, der Großteil flüchtete in verschiedene Länder auf der ganzen Welt. Wenigen Familienmitgliedern gelang es, in Deutschland zu überleben. Fünf wurden ins KZ Theresienstadt deportiert. Nur eine überlebte es und verstarb 1948 an den Folgen der Lagerhaft. Brandis Dokumentation ist ein eindringlicher Appell gegen das Vergessen, was die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und die Verfolgung der jüdischen Familien den Einzelnen und der Gesellschaft angetan hat.

Matthias Brandis wurde 1939 in Hamburg geboren. Der pensionierte Kinderarzt und ehemalige Ärztlicher Direktor der Unikinderklinik Marburg und Freiburg lebt in Freiburg.

 

Eintritt: freiWir freuen uns über Spenden!

Samstag, 10. Mai 2025, 15:30 UHR

Rosa erzählt: Bei uns im Alentejo hat sich viel geändert

Eine Ton-Dia-Schau über die portugiesische Landreform nach der Nelkenrevolution



Annette Spiering und Hamburger Freund*innen der portugiesischen Agrarreform haben 1984 ihre Eindrücke von Aufenthalten in dem Dorf Vale de Guiso festgehalten. Die Mitglieder der Landkooperative bei Alcácer do Sal im Alentejo hatten aus ihrem alltäglichen Lebenviel zu berichten. Sie lebten über Generationen hinweg in feudaler Abhängigkeit vom Großgrundbesitzer und waren stolz auf die Nelkenrevolution von 1974 und ihre Errungenschaften während der Phase der Agrarreform.

Was ist für die Menschen davon geblieben, für sie persönlich und für das Dorf am Rio Sado? Wie beurteilen viele von ihnen heute den rasanten Modernisierungsschub in der portugiesischen Gesellschaft in den letzten 50 Jahren? Darüber können Sie anschließend miteinander ins Gespräch kommen.

Eintritt: freiWir freuen uns über Spenden

Dienstag, 29. April 2025, 19:00 UHR

Erinnern, um zu leben

Ein Abend für Peggy Parnass



Peggy Parnass (11.10.1927–12.03.2025) lebt nicht mehr. Die streitbare und rebellische Frau war eine kritische Zeitgenossin und Antifaschistin. Konsequent trat sie gegen Faschismus, Militarismus, Diskriminierung, Antisemitismus und Frauenverachtung ein. Sie war eng verbunden mit dem Auschwitz-Komitee. Peggy Parnass wuchs in Eimsbüttel auf. Ihre Eltern wurden im Vernichtungslager Treblinka ermordet, weil sie jüdisch waren. Peggy und ihr jüngerer Bruder Gady überlebten die Shoah – ihre Mutter hatte sie mit einem Kindertransport nach Schweden geschickt. 1951 kehrte Peggy Parnass nach Hamburg, ins Land der Täter*innen zurück und arbeitete als Schauspielerin, Autorin und Gerichtsreporterin. Sie war hungrig nach dem Leben und voller Mut und Leidenschaft.

Auf der Veranstaltung wollen wir zusammen aus den Büchern von Peggy Parnass lesen, an gemeinsame Erlebnisse und Aktionen erinnern, Bilder und Erinnerungen austauschen.

In Kooperation mit dem Auschwitz-Komitee Eintritt: freiWir freuen uns über Spenden!

Freitag, 25. April 2025, 19:00 UHR

Hamburg, Eimsbüttel und die portugiesische Migration

Buchvorstellung und Gespräch



Viele der ersten portugiesischen Arbeitsmigrant*innen, die mit dem Anwerbeabkommen 1964 nach Hamburg kamen, arbeiteten rund um den Hafen, aber auch in Eimsbütteler Industriebetrieben wie Valvo und Beierdorf. Sie holten ihre Familien nach und entschieden sich, in Hamburg Wurzeln zu schlagen. Der Autor Martin Kempe hat darüber das Buch "Die portugiesischen Hamburger. Eine besondere Geschichte von Arbeit und Leben" geschrieben, das er auf der Veranstaltung vorstellt.

Hamburger Portugies*innen berichten am Tag der Nelkenrevolution über Erfahrungen und Herausforderungen. Welchen Weg sind sie in Hamburg gegangen? Was hat sich verändert mit den Generationen, und wie erleben sie die aktuelle Migrationsdebatte? Das Gespräch wird moderiert von Cordula Stucke.

Eintritt: freiWir stellen Wasser, Wein und einen kleinen Imbiss für Sie bereit. Wir freuen uns über Spenden!

Sonntag, 13. April 2025, 11:00 - 17:30 UHR

Tag der Geschichtswerkstätten



Am Tag der Geschichtswerkstätten in Hamburg laden wir Sie herzlich zu unserem Programm ein!

Um 11 Uhr starten wir mit Caroline Herfert zu einem Rundgang um das Gelände des Tierpark Hagenbeck auf den kolonialen Spuren des Familienimperiums. Treffpunkt: U-Bahnstation Hagenbecks Tierpark.

Danach gehts um 14 Uhr bei uns in der Sillemstraße mit Klönschnack bei Kaffee und Kuchen weiter.

Um 16 Uhr eröffnet unser Mitglied, der Autor Martin Kempe, zusammen mit Adelina Almeida Sedas aus der portugiesischen Gemeinde Hamburg die Ausstellung "Die portugiesischen Hamburger*innen".

Alle Veranstaltungen an dem Tag sind kostenlos!

Dienstag, 25. März 2025, 19:00 UHR

Vom Schreibtisch zum Bahnsteig – Recherchen zur Hamburger Deportationslogistik

Vortrag von Marut G. Perle



Welche Schritte waren notwendig, um die Deportation von Juden, Sinti und Roma oder anderen von den Nationalsozialisten verfolgten Menschengruppen durchzuführen? Wie wurde dies bei der Hamburger Reichsbahn organisiert und welche Verantwortung hatte ihr Personal im System der nazistischen Deportationslogistik? Diesen Fragen geht der Historiker Marut G. Perle bei seiner aktuellen Forschung nach. In seinem Vortrag zeichnet er nicht nur administrative und gesetzliche Maßnahmen nach, die auf höchster Ebene zwischen Politik und Verwaltung verhandelt wurden. Er zeigt auch, dass für die Deportationen ständig optimierte Rahmenrichtlinien nötig waren, die das Vorgehen von SS, Gestapo und Polizei auf der einen Seite, Finanz- und Sozialverwaltung auf der anderen im Zusammenspiel mit der Deutschen Reichsbahn bestimmten. Auf Hamburger Ebene bedeutete dies u.a. die Bereitstellung von Sammelstellen, von Bewachungspersonal, die Bestimmung von Deportationsbahnhöfen und die Zusammenstellung von Eisenbahnzügen.


Die Arbeit von Marut G. Perle schließt damit eine Forschungslücke, vor allem für Eimsbüttel. In diesem Hamburger Bezirk lebten nicht nur die meisten Juden in Hamburg, er war auch das Zentrum der Deportationssammelstellen. Als Beispiele seien genannt die Sammelstelle Logenhaus Moorweide oder das Jüdische Gemeinschaftshaus Hartungstraße. Die Gestapo hatte sich in der Rothenbaumchaussee 38 im Haus der Jüdischen Gemeinde eingerichtet und organisierte von hier aus die Deportationen. Das Bewachungspersonal für die Deportationen stellte 1941 das Reserve-Polizei-Bataillon 10.1, das in der Kaserne Bundesstrasse stationiert war.

Reichsbahnämter Münzstr. 4 – hier arbeiteten die Deportationslogistiker. Foto: Yo Loewy (2007)
Eintritt: freiGeschichtswerkstatt Eimsbüttel, Sillemstraße 79

Dienstag, 25. Februar 2025, 19:00 UHR

"Rote Marine"

Autorenlesung



Der Hamburger Autor Heinz Jürgen Schneider liest bei uns in den Räumen der Geschichtswerkstatt aus seinem neuen historischen Roman „Rote Marine“. Er spielt im Milieu der Hamburger Arbeiterbewegung der Jahre 1931 bis 1933 und beginnt mit einem politischen Mord, der auf Tatsachen beruht. Auf dem Rückweg von einer KPD-Veranstaltung wird Ernst Henning, Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, am 14. März 1931 von SA-Männern in einem Autobus erschossen.

Der Roman folgt dem Leben von vier Menschen. Alle vier sind Gegner der immer stärker werdenden Nationalsozialisten, die bei ihrem Widerstand persönliche Konsequenzen in Kauf nehmen. Sie sind keine Helden, aber sie tun das Richtige, während viele andere sich anpassen, schweigen oder begeistert mitmachen.

Heinz Jürgen Schneider arbeitete lange als Rechtsanwalt und lebt in Hamburg. Eintritt: frei

Mittwoch, 05. Februar 2025, 17:30 UHR

"Anfrage"

Lesung mit Michael Weber



Mit einem Paukenschlag wurde der Hamburger Schriftsteller Christian Geissler 1960 mit seinem Debüt-Roman „Anfrage“  zu einem gefragten Autor. Das Buch ist ein leidenschaftlicher Appell gegen Faschismus und Krieg, gegen Antisemitismus und Judenmord, gegen das Vergessen und für die Übernahme von Verantwortung durch das Individuum. Ralph Giordano bezeichnet es als ein Buch, „das um sich beißt, kratzt, schlägt, faucht und sticht. […] „Anfrage“ traf 1960 den Nerv der Zeit - und trifft ihn auch heute.

Michael Weber, Schauspieler am Deutschen Schauspielhaus, liest auf unserer Veranstaltung am 5. Februar um 17.30 Uhr im FilmRaum in der Müggenkampstraße 45 aus der Neuausgabe des Buches. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Christian-Geißler-Gesellschaft und OLMO. Sie findet hybrid statt, d.h. Sie können/Ihr könnt entweder vor Ort teilnehmen (aufgrund der wenigen Sitzplätze ist allerdings eine Anmeldung erforderlich) oder online unter diesem Zoom-Link dabei sein.

Eintritt: freiFilmRaum, Müggenkampstraße 45.